Kilometerrauschen
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    Neujahr in Hongkong



    Zum letzten Mal genoss ich den Sonnenaufgang über HongKong Island. Dann war Packen angesagt.
    Eine recht knifflige Angelegenheit. Tee, Teetisch, Tässchen, Bücher und all die Kleinigkeiten, die ich im Laufe der Zeit eingesackt hatte, mussten irgendwie mit. Den beiden Männern ging es nicht anders.
    Der Satz des Morgens: Passt bei Dir noch was rein?
    Sorgfältig wickelte ich meine Schmutzwäsche um zerbrechliche Kleinigkeiten.
    „Wenn die Zöllner meinen Koffer aufmachen, werden sie sich freuen“, hörte ich Steffen grinsend neben mir murmeln, während er mit leicht gerümpfter Nase ein T-Shirt um Reisschälchen wickelte. Ja, das ist ein netter Gedanke.
    Ich hoffe, dieses Erlebnis bleibt uns erspart.
    Mit Ach und Krach und großer Verteilaktion schafften wir alles unterzukriegen.
    Um 12 Uhr hatten wir es geschafft.
    Mit wehmütigem Blick lief ich noch einmal durch das wunderschöne Zimmer .
    Das Hotel war einfach ein Traum und dieser Blick…….
    Tür zu und ab.
    Unser Flug ging erst um 00:25 Uhr und so hatten wir noch den ganzen Tag vor uns.
    Es war sommerlich warm, auf der Uferpromenade herrschte entspanntes Treiben.
     
    Vor dem Museum war ein Bereich abgesperrt und eine Bühne aufgebaut.
    Auf dem Boden lagen riesige, quietschbunte und reich verzierte Drachen-und Löwenköpfe.
    Mir dämmerte es: Klar, Neujahr…Drachenparade. Da sahen wir auch das Plakat mit der Ankündigung einer Drachen- und Löwenparade durch Kowloon.
    Hatten wir ein Glück!! Wir waren gerade zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Wieso war uns das Plakat nicht vorher aufgefallen?
    Reizüberflutung war wohl der Grund.
    Mit großem Tamtam wurde die Parade eröffnet. Dann tanzten bunte Löwenkostüme über den Platz, zwinkerten, wackelten mit den Ohren und ihren dicken Köpfen.
    Es hat mich total begeistert, wie die Artisten in der Lage waren mit so wenigen Gesten derart intensive Gefühle zum Ausdruck zu bringen.
    Weitere riesige Drachen folgten. Sie tanzten im Kreis, spieen  Dampf und glitzerndes buntes Konfetti aus. Dazu wurde getrommelt, was das Zeug hielt.
    Ein endlos lang erscheinender Drache führte schließlich die Parade an. Wie Steffen im Internet herausfand, war es der längste Drache der Welt.
    Ich bin sicher, dieses Jahr haben bei mir die bösen Geister keine Chance.

    Nach diesem tollen Erlebnis fuhren wir ein letztes Mal mit der Fähre nach HongKong Island.
    Wir wollten zum Abschied noch einmal in dem Dai Pei Dong, unsere Lieblings-Garküche, essen.
    Leider war alles hochgeklappt und geschlossen. Klar, es war schließlich Neujahr und noch dazu Sonntag, aber hier verwischen sie die Wochentage, da die meisten Marktstände und Geschäfte auch Sonn- und Feiertags geöffnet haben.

    Ich hatte mich in die bunten, lustigen Löwen der Parade verliebt und mir in den Kopf gesetzt, so einen in Miniformat mitzunehmen.
    Quasi als verlängerter Arm der hiesigen Glücksdrachen. Die bösen Geister, die zuhause in den Ecken lauern, sollten schließlich auch das Fürchten kriegen.
    In einem kleinen Antiquitätengeschäft wurden wir fündig. Er ist nicht ganz mini aber der musste mit !!!!….Koffer hin Koffer her.
    Handbemalt, quietschbunt und nicht der übliche Touristenramsch.

    Wie es der Teufel, oder besser wohl unser neuer  Glückslöwe es wollte, führte uns der Weg an dem Teeladen mit der netten Verkäuferin vorbei.
    Steffen fiel ein, dass er noch einen Jasmintee mitnehmen wollte.
    Als wir den Laden betraten, lief die Verkäuferin uns freudig entgegen und bereitete uns sofort einen frischen Tee.
    Eine ganz besondere Sorte Schwarztee, der uns für unsere Reise ins kalte Deutschland wärmen sollte.
    Aus dieser kleinen Teerunde entwickelte sich ein regelrechtes Seminar über Chinesischen Tee und seine Zubereitung.
    Eine tolle Teesorte nach der anderen bereitete die Verkäufern mit Bewegungen zu, wie sie nur von Asiaten ausgeführt werden können.
    Dabei erklärte sie uns alles mit zarter, flüsternder Stimme.
    Zum Abschied wurden die E-Mail Adressen ausgetauscht und sich gegenseitig versprochen zu schreiben und sich irgendwo und irgendwann einmal wiederzusehen.

    Nun mussten wir zurück zur Fähre. Wir wollten am letzten Abend noch die Lightshow der Wolkenkratzer sehen.
    Jeden Abend um 20 Uhr wird eine Laser- und Lichtershow über dem Victoria Harbour zelebriert.
    Jedes Hochhaus rund um den Hafen  flackert und funkelt in unterschiedlichen Farben und Mustern, dazu leuchten Laserstrahlen von den Dächern. Alles synchron zur Musik aus den Lautsprechern.
    Ein herrlicher Kitsch und witziger Abschied von diesem beeindruckenden Panorama.

    Mit dem Taxi fuhren wir zum riesigen Flughafen von HongKong auf LanTau.
    Auch hier ist alles 10 Nummern größer als bei uns. Die Flughafenhalle ist fast 2 km lang. Unser Schalter war schnell gefunden.
    Nun folgte der spannende Moment: Die Koffer mussten auf die Waage.
    Steffen blinzelte heimlich auf die Anzeige der Waage…Übergewicht !!!
    Gelassen klebte der Angestellte von Cathay Pacific die Kleber auf die Koffer und sie verschwanden im Laufbandnirvana.
    Auch immer wieder spannend…Wiedersehen macht Freude..…
    Nun hatte ich nur noch mein Handgepäck und eine große Papiertüte mit diversem Teegeschirr und Löwenkopf. Lässig bemühte ich mich, die schwere Tüte locker hin und her zu schwenken...wiegt ja alles nichts….
    Die ganze Zeit hatte ich meine Männer schon damit genervt, dass ich befürchte, die Tüte nicht mit an Bord nehmen zu können.
    Um alles in Ruhe hinter uns zu bringen gingen wir schon mal durch die Kontrollen.
    Meine Sorgen waren völlig unbegründet, alles ging problemlos und völlig entspannt. Durchleuchtet und wohlbehalten kam Löwenkopf und Geschirr am Ende der Kontrollen wieder zum Vorschein. Auch die Stewardess, die uns am Eingang des Flugzeuges erwartet, lächelte freundlich und sah über die große Tüte hinweg. Anschnallen und los ging es. 13 Stunden Flugzeit.

    Auf Wiedersehen Hongkong!! Alle Drei beschlossen wir: Wir kommen wieder! Das Sparschwein wird sofort aufgestellt.



     

    Kilometerrauschen 06.01.2012, 17.31 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Neujahr in Hongkong

    Silvester in Hongkong



    Von unserem Zimmer hatten wir einen guten Blick auf das Geschehen auf der Uferpromenade. So gegen 20 Uhr begann es sich deutlich zu füllen.
    Die Hochhäuser auf Hongkong Island funkelten schon vor sich hin, die Lasershow flackerte hin und wieder auf.
    Kurz vor neun Uhr machten wir uns auf den Weg. Alles war wieder sehr entspannt und hervorragend organisiert. Mit Menschenmassen wissen sie einfach umzugehen. Ganz nach vorn zum Glockenturm wollten wir auf keinen Fall. Ich bekomme in Menschenmengen leicht Platzangst.
    Wir fanden einen geeigneten Platz vor dem Intercontinental-Hotel. Freie Sicht auf die ganze Skyline. Es ging sehr entspannt zu.
    Auch heute gab es weder Alkohol noch Essensstände auf der Promenade. Es flogen einem keine Korken um die Ohren und es knisterten keine Scherben unter den Füßen. Keine Bratwurst des Nachbarn drohte einem in den Kragen zu fallen und kein Ketchup klebte am Mantel. Sehr angenehm.
    Die einzigen Besoffenen, die wir zu diesem Zeitpunkt erlebten, kamen auf einem  Boot vorbei. Grölende Langnasen wedelten mit Bierflaschen. Peinlich !!!!
    Und was das Wichtigste war, es gibt kein privates Feuerwerk und keine Böller. Herrlich !!!!

    Ich gestehe, der Gedanke drei Stunden auf einem Fleck zu stehen, um ein paar Minuten Feuerwerk zu sehen, war nicht so prickelnd.
    Aber wann ist man schon in Hongkong!! Also, trippelte ich hin und her, machte Fußgymnastik und freute mich über die tolle Sicht.
    Es war eng, aber nicht zu eng.  In der letzten Stunde wurden alle fünfzehn Minuten von den Dächern der Hochhäuser bunte Raketen abgefeuert. Alles jubelte. Um 23:30 Uhr wurde wohl ein weiteres Segment im Vorderen Bereich der Promenade geöffnet. Als ob der Stöpsel in der Badewanne gezogen wurde „flossen“ die Menschen vor uns weiter nach vorn und es wurde richtig luftig um uns herum. Die Sicht war dadurch von jedem Platz hervorragend, sodass es keinerlei Gedrängel und Geschubse gab. Auf dem Wasser tummelten sich große und kleine Boote und Fähren.
    Dann lief an dem IFC-Tower  der Countdown auf riesigen Leuchtziffern ab. Es folgte das berühmte Feuerwerk von allen Hochhäusern rund um den Victoria Harbour . Still, bunt und glitzernd. Alles jubelte und freute sich.
    Der Rückweg war dann etwas drängelnder, aber immer noch sehr weit entfernt, von dem was wir aus Paris oder Deutschland kennen.
    Wir liefen noch durch die sehr belebte Stadt und da zeigte sich, dass es heute doch etwas „fröhlicher“ zuging als Heilig Abend. Vor den Bars standen angetrunkene Gäste und es herrschte eine etwas hektischere Stimmung. Alle wollten wohl noch schnell irgendwohin und feiern.
    Das war unser letzter Abend in Hongkong.
    Nett, dass wir mit so einem schönen Feuerwerk verabschiedet wurden ☺
    Und ich schwöre, ich komme wieder…..

    Kilometerrauschen 01.01.2012, 04.36 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Silvester in Hongkong

    Vorletzter Tag



    ….morgen Nacht geht es zurück nach Karlsruhe. Mich plagt schon der Abschiedsschmerz.
    Heute bleiben wir in Kowloon, da wegen des Feuerwerks über der Skyline wieder mit einem Ausnahmezustand gerechnet werden muß. Die Straßensperren sind schon bereitgestellt. Ab 18 Uhr geht hier gar nichts mehr.
    So schlenderten wir gelassen durch die Gassen und Straßen von von Kowloon.
    Wie immer wuselte es von Menschen. Eigentlich herrscht hier Linksverkehr und auch die Fußgänger sollten sich danach richten. Kleine Pfeile machen auf die richtige Laufrichtung aufmerksam. Daran halten tut sich eigentlich keiner.
    Die Chinesen wurde mir vor unserer Reise als eher ruppig, unfreundlich und wenig hilfsbereit geschildert.
    Das kann ich in keiner Weise bestätigen.
    Wir erlebten hier in Hongkong und der näheren Umgebung genau das Gegenteil. Kaum guckten wir als ungelenke Langnasen irgendwie suchend oder verunsichert in der Gegend herum, wurden wir sofort gefragt ob wir Hilfe benötigen. Obwohl die Straßen für unser Verständnis ständig von Menschen überfüllt sind, wird nicht gerempelt oder geschupst. Wir fühlten uns die ganze Zeit sicher und als Touristen willkommen.
    Eine Ausnahme war das Luk Yu Teehaus. Aber wie mir gesagt wurde, ist es für den unfreundlichen Umgang mir Fremden berühmt und pflegt diesen Ruf mit großer Sorgfalt.
    Wir gingen noch in einen großen Buchladen (Thalia auf Chinesisch) in der Harbour Mall und erstanden ein Kochbuch und ein Buch über die Zubereitung Chinesischer Tees. Anschließend wollten wir noch einmal so richtig zuschlagen und Dim Sum bis zum Abwinken essen.
    Wir gingen wieder in das gleiche Restaurant in dem wir schon am ersten Tag gewesen waren. So schloss sich unser Kreis.
    Mir kam es vor, als wenn zwischen unseren beiden Besuchen mindestens drei Wochen liegen würden.
    Wir genossen die kleinen gedämpften Teigtäschchen, Hefebälle und Schlabber-Taschen bis zum Abwinken.



    Alle großen runden Tische um uns herum waren wieder mit großen Gruppen von Familien und Freunden besetzt. Alles war fröhlich am Essen und Feiern.

    Nun wollten wir noch auf das vierthöchste Haus der Welt, dem ICC Tower. Dort gibt es im 100. Stockwerk eine Aussichtsplatform.
    Mich beschlichen ungute Gefühle, als ich das Wort ICC Center vernahm…..die endlose Wanderung durch, um und über die Baustellen hing mir noch in den Fußknochen…
    Diesmal nahmen wir ein Taxi ☺
    Am Ticketschalter wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass die Sicht nicht besonders gut ist. Außerdem zeigten Kameras Bilder der Sicht vom 100. Stockwerk. Ein sehr netter Service, denn die Tickets sind nicht gerade billig. Umgerechnet 15 € pro Kopf.
    In China zählt man übrigens nicht „pro Kopf“ sondern „pro Mund“. Ein Zeichen für den hohen Stellenwert, den das Essen in der Bevölkerung hat.
    Dem schließe ich mich gerne an.
    In 60 Sekunden fuhr der Fahrstuhl uns nach oben. Die Sekunden wurden rückwärts gezählt und eine aufwendig gemachte Grafik zeigte, wo wir gerade sind. Auch wenn es etwas dunstig war, der Blick war phantastisch. Die ganze Etage ist als Aussichtsfläche konzipiert. Alles sehr großzügig und modern. Kein Gedrängel. Ganz in Ruhe konnte man die Aussicht rundherum genießen. Die Schiffe und Fähren waren winzig wie Spielzeugboote. Das Wasser glitzerte, die Wolkenkratzer wirkten wie aus Lego gebaut. Ich persönlich ziehe diesen Aussichtspunkt dem Peak vor. Könnte ich nur eins von beidem machen, würde ich ins ICC Center fahren, um Hongkong von oben zu genießen.
    Mit dem Taxi ☺ fuhren wir zurück ins Hotel, um noch einmal die Beine auszuschütteln, bevor wir auf der Promenade auf das Feuerwerk warten wollten.
     
     

    Kilometerrauschen 01.01.2012, 04.31 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Vorletzter Tag

    Teetag



    Die Tage vergehen wie im Flüge. Nur noch knapp drei Tage und der Urlaub ist rum. Heute ließen wir es ganz ruhig angehen.
    Steffen ging auf Fototour und wir wollten ins Teehaus im Hongkong Park und ins Teemuseum.
    Das Teehaus war edel und fein mit Möbeln im alten chinesischen Stil eingerichtet.
    In beleuchteten Glasvitrinen standen teure Tonkännchen.
    Die Teekarte war eher enttäuschend: Nur sieben Sorten Tee.
    Insgesamt gefiel mir die Atmosphäre nicht so gut.
    Ein arroganter Oberkellner wies die Plätze zu, es war hektisch, laut und voll.
    Der Tee wurde im Gaiwan serviert und war sehr lecker, die Dim Sum waren auch nicht schlecht, aber wir hatten in den kleinen Straßenrestaurants schon bessere gegessen.
    Ich hatte gehofft, aus dem großen Teeangebot des angeschlossenen Ladens probieren zu können.  
    Auf Nachfrage wurde mir dann auch ein Tee aus ihrem Sortiment frisch zubereitet. Der war köstlich und wanderte in den Einkaufskorb.

    Gestärkt besuchten wir dann das Teemuseum. Eine kleine, nette Ausstellung mit allem, was zum Tee gehört.
    Kleine Filme zeigen die verschiedenen Zubereitungsweisen der Chinesischen Tees.

    Heute hatte ich mir vorgenommen, einen kleinen Teetisch, den ich vor Tagen in einem Teegeschäft entdeckt hatte, zu kaufen.
    Ich hatte dort schon ein Teeset, einen wunderschön handbemalten Gaiwan mit kleinen Tässchen erworben.
    Das junge Mädchen, das dort den Laden führt,  freute sich uns wiederzusehen.
    Gleich bereitete sie verschiedene Teesorten zu und wir konnten in Ruhe genießen.
    Ein Stuhl und ein Tee! Genau das konnten wir gerade gebrauchen.
    Uns wurde der Teetisch gebracht und wir konnten ihn genaustens in Augenschein nehmen. Sie hielt dabei, fast flüsternd, einen kleinen Vortrag über den richtigen Umgang mit dem edlen Teil.
    Die Wahl war schnell getroffen. Während wir unseren Tee genossen, entdeckte ich noch zwei kleine Teeschalen, die natürlich perfekt dazu passen würden.
    Ich konnte nicht widerstehen. Dazu erwarben wir noch Tee und kleine Mitbringsel.

    Voller Sorge betrachtet ich die kleine Verkäuferin. Sie konnte es kaum fassen, dass wir so viel einkauften und ich befürchtete schon, sie würde gleich ein Rad schlagen oder vor Dankbarkeit im Boden versinken.
    Sorgfältig packte sie alles ein und nun begann ich damit, mir Gedanken um unser Fluggepäck zu machen. Wir hatten nämlich vorher schon Dämpfeinsätze aus Bambus , Stäbchen und ein MahJong Spiel erstanden.
    Ungläubig bestaunte die Verkäuferin unsere Tüten und konnte kaum Glauben, dass wir chinesische Gerichte im Dämpftopf zubereiten, die dann mit Stäbchen essen und dazu eine Tasse Chinesischen Tee trinken, um anschließend MahJong zu spielen.
    Ich befürchte, ihre innere Ordnung war etwas aus dem Gleichgewicht geraten.
    Wenn sie dann noch gewußt hätte, wo wir am Abend in Hongkong zum Essen gehen, wäre alles zu spät gewesen.



     Wir gingen wieder zu einem  Straßenstand, einem typischen Dai Pei Dong, bei dem wir schon Tage vorher  toll gegessen hatten. Man sitzt auf der Straße auf wackeligen Plastikhockern, alles dampft und zischt, es ist rappelvoll und der Koch im durchgeschwitztem Hemd hantiert in Windeseile in den Woks herum.



    Es war wieder ganz köstlich.

    Kilometerrauschen 31.12.2011, 10.41 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Teetag

    Essen im 29.Stock



    Abends, wieder in Kowloon machten wir uns auf den Weg zu einem ganz besonderen Essen: Dem Geburtstagsessen für Thomas.
    Wir hatten in dem chinesischen Restaurant „Hutong“ im 29. Stock einen Tisch bestellt.
    Von dem Restaurant hat man einen unglaublichen Blick über Kowloon und Hongkong Island.
    Wie kann man schöner einen Geburtstag in Hongkong begehen!!!
    Das Licht in dem Restaurant ist extrem gedämpft und die Glasfassade wir durch nichts unterbrochen. So bekommt man das Gefühl mitten in den glitzernden Lichtern der Stadt zu schweben. Die Einrichtung des ganze Restaurants ist auf diesen phantastischen Blick ausgerichtet. Sie ist im alt chinesischen Stil gehalten, dezent und vornehm. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich ungezwungen.
    Die Kellner legen uns die Servietten auf den Schoß, stellen eine kleine Leckerei auf unseren Tisch und reichen uns die Speisekarten.
    Wir denken an unser Teehaus vom Nachmittag und staunen wieder über die extremen Gegensätze in diesem Land.
    Wir bestellen zunächst ein Glas Champagner und stoßen auf das neue Lebensjahr an.
    Champagner inmitten der Lichter von Hongkong, ein unglaublich prickliges Gefühl.
    Dann studieren wir im Schummerlicht die Speisekarte. Eine Köstlichkeit nach der anderen macht die Wahl schwer.
    Was dann aber schließlich auf den Schalen vor uns stand war einfach nur himmlisch: Muscheln mit Pomelostreifen, Lamm mit Sesamsalat, Schweinebauch mit Gurke, geräucherte Ente mit Teeblättern Sichuan Style, knusprige Lammrippen, mit Honig überzogenen Schinken mit Lotussamen und Osmanthusblumensauce und als Nachtisch Mangopudding mit einer Mangomilchsauce.
    Es war ein Traum.

    Kilometerrauschen 31.12.2011, 10.39 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Geburtstagsessen im 29. Stock

    Lantau und ein Teehaus



    Heute fahren wir mit der Fähre nach Lantau. Nach ca einer Stunde Fahrtzeit kommen wir in Mui Wo, einem kleinen verschlafenen Küstenort an. Es herrscht sommerliche Atmosphäre. Die tropische Vegetation unterstützt die Feriengefühle.
    In den Garküchen wird mit Geschirr geklappert, Badeshorts und FlipFlops hängen draußen an den kleinen Läden. Auf Lantau gibt es einige herrliche Strände und Badebuchten. Leider für uns nicht erreichbar, da wir kein Auto gemietet haben.
    Wir warten auf den Bus, der uns nach Tai O bringen soll.
    Auf der Fahrt bekommen wir leider nur einen sehr flüchtigen Eindruck von der schönen Landschaft, aber immerhin…. Die kleinen Badebuchten mit den rundgeschliffenen Felsen, die wie große Tiere im gelben Sand liegen, sind wie aus einem Film. Hier könnte James Bond seine Blondinen verführen.
    Nach einer sehr kurvenreichen Fahrt erreichen wir Tai O, den Ort mit den berühmten Pfahlbauten, über den wir kurz vor unserer Abreise einen Bericht im Fernsehen gesehen hatten.
    Dicht bei dicht stehen die kleinen Hütten entlang der Wasserläufe. Dazwischen tuckern die Fischerboote. Wie in Chueng Chau sind auch hier überall Fische zum Trocknen aufgehängt. Viele Touristen schieben sich durch die kleinen Gassen und über die Brücken.
    Es riecht modrig-feucht. Wäsche flattert im Wind und die Frauen unterhalten sich lautstark quer über die Wasserläufe hinweg. Die Sprache klingt für unsere Ohren noch merkwürdiger als sonst. Es hört sich an, als ob alle miteinander schimpfen. Hier hat sich ein besonderer Dialekt erhalten, der ausschließlich auf Lantau in Tai O gesprochen wird.
    Wir steigen wieder in den Bus und fahren nach Ngong Ping zum großen Buddha. Einem der zehngrößten Heiligtümer der Buddhisten.
    Dort ist alles ist sehr touristisch aufbereitet. Es sieht ein bisschen so aus, als ob wir in Disneyland gelandet wären.
    Der riesige Buddha thront über allem. Gelassen und sehr schön.
    Wir entdecken einen Wegweiser zu einem Teehaus. Ob ich wohl endlich mal ein richtiges Teehaus besuchen kann. Wir folgen den Wegweisern und gehen einen kleinen Waldweg entlang. Überall liegen vor sich hinrostende Blechdosen, Bauschutt und Reste irgendwelcher Gartenarbeiten.
    Nicht gerade sehr einladend.
     An einer Biegung des Weges steht dann das Teehaus: eine größere Bude mit Veranda, bunten Plastiktischdecken, Plastikstühlen und Neonröhren an der Decke.
    Auch hier liegt in jeder Ecke irgendein Gerümpel.



    In der eigentlichen Teeküche herrscht ein malerisches Durcheinander von Töpfen, Pfannen, Teekannen, Pappschachtel, Papierbergen und allem möglichen Kram.
    Die Wirtin öffnet zwei Teedosen und wir dürfen daran schnuppern. Ein feiner Jasmintee und ein Ti Quan Yin stehen zur Auswahl.
    Wir bestellen von jedem eine Portion und setzen uns auf die Terrasse. Die Wirtin kommt mit einem Tablett auf dem zwei kleine Tonkännchen und das weiteren Teezubehör steht. Vor unseren Augen wir der Tee in dem kleinen Kännchen frisch zubereitet und das heiße Wasser für die weiteren Aufgüsse in einer Thermoskanne auf den Tisch gestellt.
    Der Tee schmeckt herrlich. Endlich mal ein richtig zubereiteter frischer Tee.
    An den Nebentischen sitzen Männer, trinken ihren Tee aus den kleinen Schälchen, gießen Wasser nach ins Kännchen für den weiteren Aufguss und unterhalten sich. Hunde liegen in der Sonne.
    Mir scheint, wir haben ein richtiges Teehaus gefunden.  Wenn es auch ganz anders ist als in unserer Vorstellung.


    Kilometerrauschen 31.12.2011, 10.27 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Lantau und ein besonderes Teeh

    Straßenüberquerung auf Hongkong Art


    Die Tage rasen nur so vorbei. Die Ausflüge nach Shenzen und Gouangshou haben wir gestrichen. Hongkong hat so viel zu bieten, dass wir lieber nach dem Motto verfahren: weniger ist mehr. Allein das Visum zu beantragen hätte viel Zeit beansprucht.
    Hongkong ist die Stadt der weiten Wege. Das stimmt eigentlich nicht, denn Hongkong ist flächenmäßig nicht groß, aber von A nach B zu gelangen ist oft extrem umständlich.
    Die breiten Strassen sind für Fußgänger häufig nicht zu überqueren. Fußgängerüberwege mit Ampeln sind selten.
    Es gibt oft nur Über- oder Unterführungen. Also steigen wir die Treppen rauf oder runter, durchaus gibt es nicht immer Rolltreppen.
    Oben oder unten angekommen, stellen wir fest, dass die Überführung nicht auf dem direkten Weg auf die andere Straßenseite führt, sondern zunächst in eine….ja was wohl? …klar, eine Shopping Mall.
    Auch innerhalb des Einkaufsparadieses lässt sich der Weg auf die andere Straßenseite nicht einfach fortsetzen. Wir finden uns auf einem hübschen Platz mit Lichthof, Springbrunnen und verschiedenen Rolltreppen wieder.
    Die Rolltreppen führen auf die verschiedenen, häufig auch noch ineinander verschachtelten Ebenen des Einkaufsparadieses.
    In langen, im Halogenlicht funkelnden Gängen laufen wir an Luxusläden vorbei… irgendwohin.
    Eigentlich wollten wir nur die Straße überqueren.
    Wir halten Ausschau nach Wegweisern. Gesucht, gefunden: kleine graue Schildchen, weisen sehr dezent den Weg in die raue, oberirdische Wirklichkeit.
    Wir folgen den Schildchen und tauchen schließlich wieder auf der Straße auf.
    Allerdings müssen wir feststellen, dass wir jetzt nicht einfach auf der anderen Straßenseite stehen, sondern  einige Häuserblocks rechts oder links davon.
     Also kämpften wir uns wieder hunderte von Metern zurück durch die Menschenmassen, um dann endlich auf der anderen Straßenseite anzukommen. Nach diesem Abstecher können wir dann unseren Weg zum eigentlichen Ziel fortsetzen….bis zur nächsten Straßenüberquerung.  


    Kilometerrauschen 31.12.2011, 10.20 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Straßenüberquerung auf Hongkon

    Eine seltsame Bar

    Heute hatten wir noch einen ganz besonderen Anlass zum Feiern. Thomas hat am 29.12. Geburtstag und wir wollten irgendwo mit Blick auf die Stadt reinfeiern und anstoßen.
    Da das berühmte Hotel Peninsula ganz in der Nähe von unserem Hotel ist, war die dortige Bar, das „Felix“ im 29. Stock, unser Ziel.
    Der tolle Blick, die super originelle Einrichtung von Philipp Starck und die Cocktails wurden im Internet gelobt.
    Außerdem hieß es immer, ein Besuch im Peninsula und sei es nur zum berühmten Fünfuhrtee sei ein Muß für jeden Hongkong Besucher.
    In Schale geschmissen und mit der Vorfreude auf einen tollen Cocktail gingen wir zum Peninsula.  
    Das Foyer des Hotels, in dem auch der Fünfuhrtee eingenommen wird, wirkte erstaunlich unpersönlich und kühl.
    Eine brüllend laute und leider sehr schlechte Band beschallte den etwas zugigen Raum.
    Wir suchten den Fahrstuhl, der uns in den 29. Stock bringen sollte. Kein hilfreicher Geist war zu entdecken. In unserem Hotel kommt sofort jemand, der hilft wenn es nötig ist. Hier saßen nur ein paar Gäste etwas verloren im Foyer.
    Schließlich fanden wir den Fahrstuhl. Kurz vor dem 29. Stock wurde das Licht automatisch runtergedimmt, unsere Erwartungen stiegen.
    Die Tür ging auf und ein brüllender Lärm empfing uns. Völlig verdattert standen wir vor einer Bühne, auf der eine Sängerin sich die Seele aus dem Leib schrie. Anders kann ich leider den Gesang nicht beschreiben.
    Die Bar war gleich nebenan und leider zur Bühne hin geöffnet. Sie war winzig und ohne richtige Sitzgelegenheiten. Lässig konnte man an einer Bar stehen oder auf einer Plastikwurst, die an der Wand entlang verlief, mehr oder weniger sitzen.
    Leider konnte man dann nicht mehr aus dem Fenster sehen. Die raumhohen Fenster waren aber aus einem unerfindlichen Grund mit braunen Lamellen-Jalousien verhängt, sodass man nur geradeaus gucken konnte. Der Blick nach unten war versperrt.
    Am Fenster entlang standen ein paar Barhocker.  
    Eine extrem schmale und schiefe Ebene aus Glas diente als einzige Abstellmöglichkeit für das Glas.
    So saßen wir schließlich wie die Hühner auf der Stange, blickten stur gerade aus und bemühten uns, das Glas vor dem Abrutschen zu hindern.
    Wäre auch nicht schlimm gewesen, denn die Cocktails waren miserabel. Billigste Zutaten lieblos zusammengerührt.
    Mein Mojito war als solcher nicht zu erkennen. Auch der wässrige Margarita nur mit sehr viel Phantasie.
    Dazu brüllte die Band in miesester Qualität Hits in den Raum.
    Abgesehen von den Künstlern, war auch die Tonqualität zum Davonlaufen. Genau das machten wir nach einem Drink und stießen lieber in unserer gemütlichen Hotelbar auf das neue Lebensjahr an.

    Kilometerrauschen 31.12.2011, 10.18 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Eine seltsame Bar

    Museum of History und der Peak



    Am Vormittag besuchten wir das Museum of Hongkong History.
    In der Stadt gibt es keine alten Gebäude. Alle Spuren der Vergangenheit sind abgerissen und durch moderne Hochhäuser ersetzt.
    So lässt sich das Leben der bewegten Hongkonger Vergangenheit nur schwer vorstellen.
    Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie das Leben im alten Hongkong war, ist der Besuch in dem Museum hervorragend geeignet.
    Vom Opiumkrieg bis zur Rückgabe Hongkongs an China 1997 wird die Geschichte Hongkongs sehr anschaulich dargestellt.
    Tempel, Wohnungen, Geschäfte…..alles wurde  im Original im Museum aufgebaut. So läuft man durch alte Teeläden, Kräuterküchen, Bankfilialen…usw.
    Große Fotos und Filme zeigen das Leben während der Japanischen Besatzung. Auch die Naturkatastrophen und Seuchen, die die Bewohner dieser Stadt Erleben mussten, wurden eindrucksvoll dokumentiert.

    Nun sind schon fünf Tage unseres Aufenthaltes vergangen und wir waren noch nicht auf dem Victoria Peak, dem berühmtesten Aussichtspunkt in Hongkong.
    Immer dachten wir, es würde vielleicht noch ein Tag mit besserer Sicht kommen.
    Hongkong liegt meistens unter einer dichten Dunstglocke. Zum Einen verursacht durch die Luftverschmutzung, zum Anderen durch die hohe Luftfeuchtigkeit. Richtig klar ist es äußerst selten. Außerdem waren bisher fast alles Feiertage, und dann ist dort oben der Teufel los.
    Am frühen Abend wollten wir nun endlich auf den Peak.
    Die Idee hatten wir natürlich nicht allein, lange Schlangen standen vor der Bergbahnstation. 1 Stunde Wartezeit stand auf einem Schild. Den ganzen Tag waren wir auf den Beinen gewesen und da war mir der Gedanke, eine gefühlte Ewigkeit hier zu stehen ein Graus.
    Sehnsuchtsvoll beäugte ich ein Taxi.
    Thomas hatte den gleichen Gedanken und so verzichteten wir auf die Fahrt mit der Seilbahn und bestiegen das nächste Taxi.
    Übrigens ein sehr preiswertes Vergnügen in dieser Stadt und auch zu empfehlen, da die Wegeführung für Fußgänger oft sehr umständlich ist.
    Das Taxi kletterte den steilen Berg hinauf. Vorbei an riesigen Villen und noblen Wohntürmen vermögender Hongkonger.
    Hier kostet ein Appartement umgerechnet bis zu 1200 € Miete am Tag !!!
    Oben angekommen standen wir erst einmal wieder in einer Shopping Mall. Ich muss gestehen, das nervt mich allmählich. Shopping Malls über Shopping Malls. Auch der  Peak erschien mir wie eine Shopping Mall mit Aussichtspunkt. Wer kauft nur all diese Sachen?
    Natürlich gab es auch Aussichtsterrassen, aber  ich hatte den Eindruck, dass die Möglichkeit, die Aussicht zu genießen durch die Einkaufsmall regelrecht verdrängt wurde.  
    Wir gingen einen Spazierweg am Peak entlang. Hier ließ sich die tolle Aussicht recht entspannt genießen. Plötzlich konnten wir den riesigen Hochhaustürmen auf die Dächer schauen. Die gelbliche Dunstglocke hing wie ein dicker Deckel über der Stadt.
     Als es zu dämmern begann, gingen wir auf die große Aussichtsterrasse auf dem Dach der Shopping Mal.
    Die glitzernde Stadt breitete sich unter uns aus. Einfach schön !
    Leider war es so voll, dass,  ganz gegen unsere bisherigen Erfahrungen, ein ziemliches Gedrängel und Geschubse herrschte. Klar, den tollen Blick wollten natürlich viele genießen…uns wurde es zu viel und wir fuhren mit der Bergbahn wieder zurück in die Stadt.





    Kilometerrauschen 31.12.2011, 03.07 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Museum of History und der Peak

    Irrweg

    Nachmittags wollten wir wieder rüber nach Hongkong Island. Heute mal ganz schnell mit der U-Bahn.
    Meine beiden Männer guckten auf den Plan: „Die neue U-Bahnstation muß gleich neben den hohen Häusern da vorne sein“. Ja, da waren die höchsten Häuser von Kowloon, wie es schien nicht weit weg. Das ICC Center, das vierthöchste Haus der Welt.
    Wir liefen in deren Richtung: über Straßen hinweg, unter Straßen hindurch. Wir kamen auf eine Baustelle, liefen durch ein rot-weißes Labyrinth aus Absperrgittern und Flatterbändern. Rechts die Baustelle, links die breite Straße. Wir liefen und liefen aber die Hochhäuser mit der U-Bahnstation kamen irgendwie nicht näher. Im Gegenteil, die trennende Baustelle führte uns eher weiter weg. Ewig ging es in langen Kurven durch die Flatterbänder und Absperrgitter.
    Schließlich kamen wir auf der anderen Seite der Baustelle  an.
    Von einer U-Bahnstation war nichts zu entdecken. Statt dessen ragten neben uns die Wolkenkratzer in den Himmel und eine schier endlos erscheinende, fensterlose Wand aus rotem, glänzenden Granit verlief neben mir. Wo soll denn hier eine U-Bahnstation sein?
    Meine Beine waren schwer wie Blei, es war warm, meine Tasche zog mich fast in den Boden. Weit in der Ferne, am gefühlten Horizont, meinte ich so etwas wie ein öffentliches Nahverkehrsmittel zu erkennen.
    Mir schwanden die Sinne. Bis dahin breche ich zusammen.
    Zum Glück tat sich nach 2/3 der Strecke zum Horizont ein riesiges Tor in der Granitwand auf.
    Mit letzter Kraft schleppte ich mich in eine garagenartige, riesige Betonhalle am anderen Ende war ein weiteres Tor, das führte ….na klar, was sonst ☺ in eine Shopping Mall … nobel, glitzernd und extrem unübersichtlich, wie immer. Es war die extrem exklusive Shopping Mal des ICC Centers.
    Aber unten war die ersehnte U-Bahnstation.
    Anschließend lasen wir im Reiseführer, dass die U-Bahnstation und das ICC Center zu Fuß praktisch unerreichbar ist. Ein wahres Wort !!! Leidvoll am eigenen Lieb erfahren.


    Kilometerrauschen 30.12.2011, 04.22 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Irrweg

    Bird Garden


    Heute stand der Flower Market auf unserem Programm. In unseren Reiseführern wurde von dem Markt regelrecht geschwärmt..
    Das konnte ich nicht so ganz nachvollziehen.
    Zwar standen überall Blumen vor den Geschäften, aber sehr außergewöhnlich wirkte es nicht.
    Die Blumen standen in Eimern, waren meistens in Plastikfolie verpackt und nicht besonders arrangiert. Hin und wieder standen sehr exotische Pflanzen dazwischen, das war aber eher die  Ausnahme.
    Die Läden unterschieden sich nicht wesentlich von unseren, nur dass es ein paar mehr waren, die sich in zwei Straßen aneinander reihten.

    Gleich daneben war aber der Bird Garden und der ist in meinen Augen eine echte Attraktion:
    Hier trugen, vor allem ältere Männer, kleine reich verzierte Vogelkäfig mit ihren Vögeln spazieren.
    Die Männer unterhielten sich miteinander und/oder fachsimpelten und die Vögel konnten gemeinsam singen.
    Eine Ewigkeit saßen einige Männer vor den kleinen Käfigen und betrachteten versunken ihre Lieblinge.
    Mal wurden die Käfige an einen Baum gehängt, dann wieder in die Sonne gestellt. Mal in die Nachbarschaft eines bestimmten „Vogelkollegen“ getragen um zu beobachten, wie die beiden Vögel miteinander Kontakt aufnehmen um ihn dann wieder mit dem Käfig an eine andere Wand oder anderen Baum zu hängen.
    Manchmal wurden die Käfige mit weißen Umhängen verhüllt, der Besitzer sinnierte eine Zeit vor dem Käfig, dann wurde der Umhang wieder abgenommen.
    Alles hatte irgendwie System, aber ich konnte es nicht durchschauen.
    Die kleinen Vögel wurden gekrault und gestreichelt, die Käfige geputzt und das alles mit einer unglaublichen Hingabe.
    Ein Mann stellte einen zweiten Käfig mit einem Wasserbasin neben seinen normalen Vogelkäfig. Der kleine Vogel wechselte den Käfig und plantschte in dem Wasser. Dabei wurde er natürlich genauestens beobachtet.
    Die Ruhe, die von den Männern mit ihren Vögeln ausging war vereinnahmend. Ich konnte mich gar nicht losreißen.
    Auch die Stände mit dem Zubehör waren sehenswert. Es gab kleine Trinknäpfchen aus bemaltem Porzellan, prachtvolle Käfige und verzierte Sitzstangen.
    An einem Stand wurde frisches Vogelfutter geröstet an einem anderen krabbelte uns wuselte es in Tüten und Netzen.  Würmer, Heuschrecken und  alles was das Vogelherz begehrt ,war lebendfrisch vorhanden.




    Kilometerrauschen 30.12.2011, 04.17 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Birds Garden

    Chueng Chau



    Heute fuhren wir mit einer Fähre nach Chueng Chau, einer kleinen Insel ca eine Stunde mit dem Schiff von Hongkong entfernt.
    Es war noch Feiertag und entsprechend voll war die Fähre. Im hinteren Teil der Fähre sahen wir Männer in weißen Gewändern und Kapuzen.  
    Neben ihnen stand ein geschmückter Sarg. Offensichtlich fand eine Leichenüberführung statt.
    Wir gingen auf das obere Deck und stellten uns hinten in den offenen Bereich.
    Das Wetter war, wie immer während unseres Aufenthaltes, sonnig und warm.
    Die Stadt zog langsam an uns vorbei und verschwand im gelblichen Dunst.
    Immer wieder kam mir in den Sinn, dass ich gerade über das Südchinesische Meer schaukelte.
    Plötzlich flatterten bündelweise weiße, unbeschriebene Zettel an uns vorbei ins Meer. Etwas empört guckte ich über die Reling und wollte sehen, wer denn ausgerechnet hier seinen Papierkorb entleert. Da sah ich, wie die Hand eines der Mönche diese weißen, langen Zettel in den Wind fliegen ließ. Offensichtlich handelte es sich um ein Bestattungsritual.
    Wir fuhren an LamMa und vielen kleinen Inseln vorbei, bis wir schließlich in dem kleinen Fischerort Chueng Chau ankamen.
    Der Hafen war voll mit kleinen Fischerbooten und Dschunken. Auf der ganzen Insel gibt es keine Autos. Wäre in den engen Gassen auch undenkbar.
    Das einzige Auto ist der Krankenwagen und ein Feuerwehrauto, eine winzigkleine und ganz schmale Sonderanfertigung.
    Wir verließen gleich die überfüllte Uferstraße und gingen durch die Altstadt.
    Ein Gewirr von kleinen Gassen. Fahrräder klingelten, überall lagen gemütlich Hunde herum, die kleinen Läden hatten ihre Waren vor der Tür ausgebreitet.
    Selten habe ich mich so weit weg von Europa gefühlt.
    Über lange, steile Wege und Treppen stiegen wir auf den höchsten Berg zum Aussichtspunkt, um uns einen Überblick über die kleine Insel zu verschaffen.
    Es war warm und ich hatte mit Mantel und Pullover ganz schön zu pusten. Sich den Temperaturen angemessen zu kleiden ist zu dieser Jahreszeit nicht ganz einfach, da es in der Sonne sehr warm ist und man am liebsten nur in T-Shirt herumlaufen möchte, aber am Abend und im Schatten ist es recht kühl.
    Also ist Zwiebeltechnik anzuwenden, die nur den Haken hat, dass man den halben Tag unnötige Klamotten in der Gegend herumträgt.
    Auf dem Aussichtspunkt angekommen, wurden wir mit einem tollen Blick über das Meer mit vielen kleinen Inseln belohnt.
    Zurück im Dorf kamen wir auf den zentralen Dorfplatz.
    Dort sahen wir Männer und Frauen, die ein meterlanges Tuch entfalteten.
    Gemeinsam  hielten sie es am Rand fest, lachten und alberten dabei herum.
    Einer der Männer, der am Kopfende des Tuches stand, fing an Münzgeld, Bohnen und Getreide in das Tuch zu werfen.
    Plötzlich holte er einen bunten Mantel aus der Tasche, zog ihn an und begann Räucherwerk zu entzünden. Da dämmerte es uns, dass es sich hierbei um ein religiöses Ritual handeln musste. Der Mönch führte die „Tuch- Prozession“ mehrfach im Kreis  um den Dorfplatz herum.

     Bei uns meldete sich wieder einmal der Hunger.
    Spezialität der Insel sind frische und getrocknete Fische. Auf großen, flachen aus Bambus geflochtenen Körben oder Metallgittern lagen an jeder Ecke Krabben, Fische und uns unbekannte Teile von Meeresbewohnern zum Trocknen in der Sonne.
    Obwohl wir nun schon einige Tage Training hinter uns hatten, trauten wir uns nicht so recht an die Töpfe. Wir hatten wohl zuviel totes Meeresgetier gesehen…und es war schwül-warm und die Essensreste in den Eimern auf dem Boden…..und die klebrigen Teller…irgendwie???….nein, heute mal nicht so mutig.
    An einem Stand mit gedämpften Teigtäschchen, die frisch zubereitet wurden, blieben wir hängen.Wir aßen sie auf einer Bank mit Blick über den Hafen.
    Sie waren richtig lecker mit viel Knoblauch und frischen Kräutern.
    Anschließend entdeckten wir noch Kartoffeln, die spiralförmig geschnitten an einem Spieß geröstet wurden. Kartoffelchips am Spieß, das hatte ich auch noch nie gesehen. Zum Nachtisch kauften wir an einem kleinen Stand noch mit Bohnenmus gefüllte Hefeklöße, eine Spezialität der Insel.
    Satt und zufrieden ging es mit der Fähre zurück nach Kowloon. Es war leichter Seegang und schnell wiegten sich die Köpfen in den Sitzreihen vor uns im Rhythmus der Wellen hin und her. Mindestens zwei Drittel der Passagiere war eingeschlafen…wir schlossen uns ihnen an.








    Kilometerrauschen 29.12.2011, 13.36 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Chueng Chau

    Luk Yu Teahouse, Rolltreppe



    Hier sind der 25. und der 26. Dezember Feiertag und da in diesem Jahr der 25. ein Sonntag ist, wird dieser Feiertag nachgeholt und auf Montag gelegt. So haben die Chinesen dieses Jahr drei freie Tage zu Weihnachten. Die fröhliche Feierei kann also weitergehen. Die Geschäfte und Märkte haben alle geöffnet und die Menschenmassen schieben sich durch die Straßen.
    Wir fuhren mit der Fähre wieder nach HongKong Island, um das bunte Treiben zu beobachten.
    In Hongkong ist es nicht ganz einfach, sich zu orientieren. Viele Straßen sind für Fußgänger nicht zu überqueren und man muß lange Umwege machen, um durch eine Unterführung von der einen auf die andere Straßenseite zu gelangen. Das ist auf unserem Stadtplan nicht zu sehen, sodass die Wege oft viel länger sind als erwartet. Eigentlich kein Problem, wenn nur die Füße nicht wären….

    Heute waren wir in dem berühmten „Luk Yu Teahouse“. Ein Teehaus noch original erhalten aus den 30er Jahren.
     Wie zu erwarten war es rappelvoll.
    Der sehr streng blickende Chef stand hinter seinem kleinen Empfangstresen und sagte knapp: „full“.
    Mehr oder weniger geduldig, ich weniger, warteten wir im Eingangsbereich auf einen freien Tisch.
    Die Einrichtung war wirklich einmalig: helle Wände, mit Holzvertäfelungen und kleinen Sitznischen, an der Decke liefen Holzventilatoren.
    Bunte Art Deco Glasverzierungen schmückten die sonst sehr schlichten Wände.
    Schließlich wurden wir an einen Tisch beordert. Der mürrisch blickende Kellner knallte uns die kleinen Zettelchen für die Bestellungen auf den Tisch.
    Als Steffen fragte, ob er auch eine Teekarte hätte, ergoss sich ein wütender chinesischer Redeschwall über uns.
    Etwas eingeschüchtert füllten wir unsere Zettelchen mit der Bestellung aus.
    Er griff zu, blickte böse und knallte uns die Kanne mit dem üblichen Jasmintee auf den Tisch. Etwas enttäuschend für ein Teehaus, aber die Dim Sum waren ok, zwar nicht überragend aber sie machten satt.
    Neben dem schönen Ambiente hatten wir nun auch den ersten unfreundlichen Chinesen erleben dürfen.
    Ich würde jedem Hongkong Besucher raten, vom Eingang aus einen Blick in das Restaurant zu werfen und dann lieber in einer der Garküchen oder gewöhnlichen Dim Sum Restaurants essen. Man zahlt viel weniger, das Essen ist mindestens genau so gut, wenn nicht besser, und der Service freundlich und hilfsbereit. Bisher hat sich noch jede Bedienung oder Koch gefreut, uns ungelenken „Langnasen“ zu helfen.



    Anschließend sind wir mit der längsten Rolltreppe der Welt den Peak hochgefahren. Eine ewig langes Band aus Rolltreppen und Laufbändern führt durch enge Straßenschluchten den steilen Berg hinauf. Die unglaublich hohen und verschachtelten Hochhaustürme sind ein buntes Durcheinander.
    Eine Mischung von Wohnungen, Restaurants und Bars zog an uns vorbei. 30 000 Pendler nutzen diese Verkehrsverbindung um zur Arbeit und zurück zu gelangen. Oben angekommen, nahmen wir den Bus zurück, der sich auf atemberaubend steilen Straßen den Berg wieder runterstürzte.
     
    Auf dem Rückweg zum Fähranleger nach Kowloon, kamen wir an den Picknickplätzen der philippinischen Hausangestellten vorbei. Die Frauen  hatten sich aus Pappkartons kleine Sitzburgen gebaut, um dort miteinander zu essen, Karten zu spielten, sich zu unterhalten oder im Internet zu surften.
    Die Schuhe waren sorgfältig „vor der Tür“ abgestellt. Ihre winzigen Zimmer, sofern sie denn überhaupt ein eigenes Zimmer haben, bieten keine Möglichkeit sich zu treffen und ihr sehr magerer Verdienst reicht nicht um gemeinsam Essen zu gehen, oder etwas zu unternehmen.
    So ist dies die einzige Möglichkeit, miteinander die wenige Freizeit zu verbringen.

    In Kowloon zurückgekehrt war wieder der Teufel los. Wie am Heiligen Abend wurde überall gefeiert. Die Straßen waren proppenvoll, die Restaurants und Geschäfte ebenfalls. Wir ließen uns noch eine Zeit durch die Straßen treiben, zogen es dann vor, ein „Absacker- Bier“ in unserem Hotelzimmer im 16 Stock, mit Blick auf die Uferpromenade mit den Menschenmassen und die Skyline, zu genießen. Ein warmes Fußbad war außerdem bitter nötig.


     

    Kilometerrauschen 28.12.2011, 01.22 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Luk Yu Teahouse und Rolltreppe

    Weihnachten in Hongkong



    …ein ganz besonderes Ereignis. Wer besinnliche Weihnachten liebt, ist hier völlig fehl am Platz. Es ist ein riesiges um nicht zu sagen ein gigantisches Volksfest.
    Den ganzen Tag waren wir in Kowloon auf den Straßenmärkten unterwegs.
    Auch hier auf Kowloon findet man überall die Mischung von uralt und supermodern. Ein quirlig-buntes Durcheinander, was einen ganz schön verwirrt.
    An den Marktständen sind die Waren häufig zu langen Schnüren angeordnet und aufgehängt. Dadurch bilden sich regelrecht Muster aus Lichterketten, Taschenlampen, Elektrosteckern und Karabinerhaken u.ä.



    Daneben das aufgeschichtete Gemüse, Fleisch und vor allem Fisch in jeder Form. Manche Fische sind getrocknet und platt gehauen, dünn wie Papier.
    Auch Geflügel sieht man oft platt wie eine Flunder auf großen Schalen liegen. Dazwischen sind überall Garküchen aus denen es dampft und mal herzhaft mal süßlich nach einem anisartigen Gewürz riecht.
    Der Geruch dieser Gewürze wird mich den Rest meines Lebens an Hongkong und die bunten Märkte erinnern.
    Zum Essen gingen wir in ein Dim Sum Restaurant, dessen Schild wir auf der Straße entdeckten. Da wir wieder in einer für Touristen sehr abgelegenen Gegend waren, fielen wir  sehr auf. Wie hier üblich saßen  alle an großen, runden Tischen.  Häufig werden in derartigen Restaurant Hochzeiten gefeiert und bei der Einrichtung dominiert die Farbe Weiß und an der Decke hängen glitzernde Kronleuchter. Es ist laut und lebhaft, jeder Tisch ist besetzt aber wir haben Glück. Nur mit der Speisekarte hatten wir nicht so großes Glück: alles war auf chinesisch und so konnten wir den Bestellzettel, auf dem die gewünschten Gerichte notiert werden, nicht ausfüllen. Ratlos und vergeblich suchten wir nach Abbildungen. Der Oberkellner im dunklen Anzug lief etwas verlegen zwischen den Tischen herum. Er sprach kein Englisch. Wir bekamen erst einmal Tee hingestellt. Ein guter Anfang.
    Am Nachbartisch saß eine große Gesellschaft von acht Personen - für uns groß, hier völlig normal - und redete offensichtlich über uns. Auch normal.
    Schließlich stand ein Herr auf und bot uns auf fließendem Englisch seine Hilfe an. Der Oberkellner kam erleichtert angelaufen und auch die restlichen Gäste des Nebentisches beteiligten sich lebhaft an der Diskussion, was wir denn essen sollten. Als Steffen auf einen Teller am Nebentisch zeigte, fragte der Mann, ob er denn wirklich gegrillte Hühnerfüße essen wolle. Er wollte nicht.
    Mit vereinten Kräften bestellten wir unter viel Gelächter vier Portionen gedämpfter Speisen. Winkend verabschiedeten sich unsere freundlichen Helfer und wir genossen herrliches Essen.
    Danach besuchten wir noch einen Tempel und fuhren rechtzeitig ins Hotel. Wir waren von der Hotelleitung vorgewarnt, dass einige Straßen gesperrt werden und es überhaupt sehr voll werden wird.
    Um 18 Uhr wurde die 6 spurige Straße, die unser Hotel von der Uferpromenade trennt, gesperrt. Überall wurden Flatterbänder zur Sicherheit gespannt, und Schilder aufgestellt, auf denen man gebeten wurde, auf den Brücken nicht stehen zu bleiben. Das ließ Großes erwarten.
    Zum Heiligen Abend hatten wir in dem sehr vornehmen Chinarestaurant im Hotel einen Tisch gebucht.
    Ein guter Gedanke, wie sich herausstellte. Das Essen war toll und als wir anschließen auf die Straße traten, trauten wir unseren Augen kaum.
    Menschenmassen schlenderten die Uferpromenade entlang. Viele hatten rot, grün oder blau leuchtende Hörner auf dem Kopf. Einige auch leuchtende Herzchen oder Rehgeweihe, die bei jedem Schritt wippten.
    Vorherrschende Kopfbedeckung waren allerdings Weihnachtsmannmützen.
    Wir ließen uns in dem Strom treiben.
    Die Hochhäuser waren mit bunter Weihnachtsbeleuchtung geschmückt und die Attraktion.



    Überall blitzen Fotoapparate, an jeder zweiten Ecke standen Gruppen junger Leute und sangen Weihnachtslieder auf Chinesisch,  „Fastdeutsch“ oder „Fastenglisch“.
    Ein Riesengaudi. Alles ohne Alkohol, Fressbuden oder Verkaufsstände.
    Es herrschte eine unglaublich fröhliche Stimmung, ohne Gedrängel und Geschubse. Alles war perfekt organisiert. Keinen einzigen Betrunkenen haben wir an diesem Abend gesehen.
    Wir hatten den Eindruck ganz Hongkong muß gerade hier auf den Beinen sein.
    Alle Geschäfte waren geöffnet und die Chinesen gingen ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Shopping, nach. Auch die Nathan Road, die große Einkaufsstraße in Kowloon war gesperrt und alles lief mit bunten Lichtern auf den Köpfen auf der Straße und feierten einfach…..was auch immer…Viele riefen uns Marry Christmas zu und machten Fotos mit uns. Wir waren in der Menschenmenge wohl als „Weihnachtsexperten“ zu erkennen.
    Das war ein Heilig Abend der ganz besonderen Art. fröhlich, ausgelassen und irgendwie eine Mischung von Fasching und Silvester…oder so…ich glaube so ganz genau wussten alle nicht, warum sie eigentlich feiern. Hauptsache feiern !!!!
    Uns hat es viel Spaß gemacht und das Mitfeiern fiel leicht.

    Kilometerrauschen 27.12.2011, 01.59 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Weihnachten in Hongkong

    Hongkong Island



    Aus dem Bett konnte ich den Sonnenaufgang über der Skyline von Hongkong erleben. Ein toller Anblick.
    Unser sehr schönes Hotel hat leider einen Haken: Das Frühstück und alle Getränke sind exorbitant teuer.
    Das Frühstück kostet umgerechnet 25€ pro Person und ein hiesiges Bier 7,50€.
    Zum Vergleich: Für ein Abendessen für drei Personen in einem normalen chinesischem Restaurant bezahlten wir 27€.
    So landeten wir dann bei Starbucks, nicht schön aber preiswert.

    Nach unseren ersten Schritten in Kowloon, wollten wir heute mit der Fähre nach Hongkong Island.
    Die Fähren sehen noch so aus, wie man sich chinesische Boote vorstellt: die Schiffsform ist eher oval, sie haben zwei Decks und der Schiffsführer sitzt unten fast in der Mitte.
    Nach einer Fahrtzeit von 10 Minuten erreichten wir Hongkong Island.
    Ein Labyrinth überdachter Fußgängerbrücken führte über die stark befahrenen Straßen zwischen den Wolkenkratzern hindurch.
    Mit der Straßenbahn, Ding-Ding Bahn, wie wir sie nannten, fuhren wir die Hennesey-Road hoch.
    Die Straßenbahn ist sehenswert. Sie ist extrem schmal, zweistöckig und rumpelt und schaukelt mit ihrem sehr kurzen Radstand durch die Straßenschluchten, einem Sammelsurium von extrem modernen und uralte Hochhäusern.
    Neben einem glänzenden endlos hohen Glasturm, steht ein, in unseren Augen, völlig runtergekommenes Wohnhochhaus, mit an den Fenstern klebenden Klimaanlagen und flatternder Wäsche.
    Irgendeine Art  Bauordnung ist für unsere westlichen Augen nicht zu entdecken.
    Die riesigen Reklametafeln in unterschiedlichen Größen und Farben, die wie Fahnen über die Straßen ragen, verwirren einen als Neuankömmling noch zusätzlich. Man kann sich am Anfang nur staunend treiben lassen.

    Wir gelangten in das Marktviertel der  Bowrington Road. Hier reiht sich ein Lebensmittelstand an den nächsten.
    Alles wir offen auf der Straße präsentiert. Es ist laut, bunt und exotisch. Zappelnde Fische, neben kunstvoll aufgeschichtetem Gemüse und an Haken hängenden Gänsen und Fleischteilen.
    Steffen hatte von einem chinesischen Freund gehört, dass man hier gut essen kann.
    Für mich zunächst ein etwas gewöhnungsbedürftiger Gedanke.
    Im ersten Stock des Market Centres entdeckten wir dann auch eine riesige Halle mit lauter einzelnen Garküchen.


    Hier ging es recht zünftig zu. Dicht an dicht standen die Tische. Es war rappelvoll .
    Auf den Tellern lagen für uns völlig undefinierbare Speisen. In Plastikeimern stapelten sich abgegessene Teller, zusammen mit den Essensresten.  Knöchelchen und ähnlich Ungenießbares wurde locker auf den Tisch neben den Teller gespuckt.
    In einer Garküche wurde gerade mit schnappendem Geräuschen einer Schere eine irgendwie gegarte Schlange in Stücke geschnitten.
    An Haken hingen lackierte Enten mit noch allem dran, was eine Ente ausmacht.
    Wir liefen etwas unsicher und suchend durch die engen Tischreihen.
    Als Exoten sorgten wir an den Tischen offensichtlich für Unterhaltungsstoff.
    An dem Stand mit den lackierten Enten entschlossen wir uns, etwas zu essen.
    Das waren wenigstens Gerichte, bei denen wir erkennen konnten, was es war.
    Eine freundliche Bedienung kam uns zu Hilfe.
    Der braune Resopaltisch war noch bedeckt mit den Essensresten der Vorgänger.
    Sie räumte alles ab und wir konnten uns setzten. Schnell hatten wir unser Essen. 
    Das Essen war ausgesprochen gut. Dazu gab es wie immer Tee, allerdings aus bunten, etwas gammelig aussehenden Plastikbechern.
    Nicht mein Fall, dann lieber Durst.
    Den Rest des Tages liefen wir durch die Straßen und Gassen. Am Abend im Hotel schlief ich völlig erledigt im Sessel ein.
    Übrigens, das Essen ist allen gut bekommen ☺


     

    Kilometerrauschen 26.12.2011, 02.01 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hongkong Island

    Angekommen



    ..allerdings nur körperlich. Ansonsten weiß ich irgendwie noch nicht so richtig wo ich eigentlich bin.
    Der Flug von 11 Stunden ging schneller rum als befürchtet. Ortszeit 7:50 Uhr kamen wir pünktlich an. Ein dicker gelblicher Dunst lag über dem Meer und der Landschaft. Noch war von der Stadt nichts zu entdecken, da der neue Flughafen weit außerhalb von Hongkong auf Lantau liegt.
    Wir liefen endlose Gänge entlang,  bis wir zur Passkontrolle kamen. Während wir unsere Einreiseformulare ausfüllten, lief im Hintergrund „Stie-hille Nacht, heilige Nacht“.
    In dieser völlig fremd anmutenden Umgebung, mit den Schriftzeichen, der fremden Sprache und dem Geruch nach speziellen Desinfektionsmitteln, wirkte das deutsche Weihnachtslied, das aus den blechernen Lautsprechern plärrte, völlig absurd.
    Mit strengem Blick, ohne eine Miene zu verziehen, kontrollierte der Zollbeamte meinen Pass und haute schließlich energisch die Stempel auf die Seite.
    Unsere Koffer drehten schon ihre Kreise auf dem Gepäckband.
    Mit der EC-Karte holte Thomas Geld aus dem Geldautomat. Immer ein spannender Moment, aber es lief problemlos. Mit einem sehr kleinen, uralten Taxi fuhren wir nach Kowloon zum Hotel. Unsere Koffer passten nicht in den Kofferraum und ragten  heraus. Kurzerhand griff der Taxifahrer zu einem Gummiband und „sicherte“ den Kofferraum. Für eine Fahrt von einer 3/4 Stunde kein so gutes Gefühl. Aber alles ging glatt.
    Im Hotel angekommen, wurden uns gleich die Koffer abgenommen. In chinesische Brokatjacken und langen schwarze Röcke gekleidete Frauen empfingen uns in der Lobby. Eine der Damen begleitete uns auf unser Zimmer. Das Zimmer ist sehr großzügig und der Blick einfach atemberaubend. Der Hafen mit der Skyline von Hongkong erfüllte das raumhohe Fenster. Das Wasser glitzerte in der Sonne und große und kleine Schiffe und Boote fuhren fast durchs Zimmer.
    Das Zimmermädchen brachte uns einen Korb mit frischem Tee. Wir ließen uns in die dicken Sessel fallen, tranken Tee mit Hafenblick und staunten…
    Noch völlig benebelt vom Flug, musste ich mir klar machen, dass ich nicht vor einer riesigen Fototapete sitze.
    Nun zog es uns aber raus. Es herrschten sommerliche Temperaturen. Viel wärmer, als ich gedacht hatte und schnell stellte ich fest, dass ich völlig falsche Klamotten eingepackt hatte. Weniger Pullover und mehr sommerliche Blusen wären angesagt gewesen.
    Wir gingen zunächst zur Nathan Road, eine der Haupteinkaufsstraßen in Kowloon.
     Menschengewimmel, Autogedrängel ...es herrscht Linksverkehr…Schildergewirr…Alles wirkte chaotisch und völlig unübersichtlich. Riesige Hochhäuser, neben fast verfallenen kleinen Häusern, Prada neben Billiggeschäften, knallbunte Apotheken mit exotischen Wurzeln, Häuten und völlig undefinierbaren Zutaten für die Chinesische Medizin, neben kleinen Elektronikläden. Ich war erst einmal völlig erschlagen.
    Wir bekamen Hunger. „Vielleicht sollten wir erst einmal in irgendeine Shopping-Mal gehen und dort nach einem Restaurant Ausschau halten,“ meinte Steffen und traf unseren Nerv. Wir konnten uns noch nicht vorstellen, in dem Gewirr etwas zu Essen zu finden. Uns fehlte noch völlig das Gefühl dafür, wo man wohl essen kann. Wo trauen wir uns schon rein, wo nicht…?
    In der Shopping-Mal wirkte aber alles so leer und unpersönlich…dazu hatten wir auch keine Lust. Auf der Straße fiel mein Blick auf eine Karte mit Dim Sum. Lesen konnten wir zwar nichts, aber die Bilder sahen lecker aus. Es war brechend voll, immer ein gutes Zeichen.
     Wir hatten Glück und bekamen noch einen Platz und der Oberkellner half uns beim Bestellen. Die Dim Sum waren herrlich!!!!  Dazu Tee so viel wie man wollte… Warum gibt es so etwas nicht in Deutschland?
    Sehr zufrieden mit unserem Glücksgriff, ließen wir uns wieder durch die Strassen treiben. Der chaotische Eindruck blieb. Ich bekam die Eindrücke einfach nicht sortiert. An der Uferpromenade genossen wir die sommerlichen Temperaturen und den Blick auf Hongkong Island. Es herrschte richtige Ferienstimmung. Die Menschen schlenderten herum, es war warm und roch nach Meer, Sonne und irgendwie tropisch.
    Es war Nachmittag und allmählich hatte uns der Jet-Lag im Griff.
    Wir taumelten durch die Strassen und ich konnte immer noch nicht so recht begreifen, wo ich eigentlich bin. Alles fühlte sich nach Chaos an. In einer riesigen Shopping-Mal, die gibt es hier an jeder Ecke, wollten wir uns von der Müdigkeit ablenken und die Menschen im Konsumrausch erleben. Aber auch hier war es schwer, irgend eine Orientierung zu bekommen.  
    Endlose Gänge, Geschäft an Geschäft. Ich hatte keine Ahnung, wie viele Etagen es gibt. Allein 60 Restaurant waren auf den tausenden von Quadratmetern verteilt. Jedes, aber wirklich jedes Label von Rang und Namen war vertreten.
    Wir konnten nicht mehr. Nur mühsam retteten wir uns bis zum Abendessen vor dem Umfallen.
    Zum Abendessen kam nur ein Restaurant in Hotelnähe in Frage. Es wimmelt von Restaurants, aber wo soll man reingehen?
    Das Chinesische Restaurant, für das wir uns schließlich entschlossen, war dann nicht so ganz nach meinem Geschmack.
    Das Rindfleisch hatte einen Beigeschmack, der mich zuhause dazu veranlasst hätte, es lieber unserem Kuschelhund in den Napf zu legen. Sie wäre begeistert gewesen, mir verschloss sich der Magen.  
    Im Hotel gab es dann nur noch eins: das Bett !!!



    Kilometerrauschen 23.12.2011, 03.32 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Angekommen

    Verrückter...

    ..und bunter geht es wohl kaum...



    Kilometerrauschen 19.12.2011, 13.37 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in: Hongkong 2011

    Auf geht es...


    .....am 21. Dezember kehren wir der Deutschen Weihnacht den Rücken und stürzen uns ins quirlige Hongkong.

    Auf dieser Seite geht es um meine persönlichen Reiseeindrücke in diese, mir so völlig fremde Stadt. 

    Ich bin neugierig darauf, alles was ich von dieser Stadt und seinen Bewohnern gehört und gelesen habe, mit eigenen Augen zu sehen und eigenen Ohren zu hören. 

    Gefasste Vorurteile werden eventuell bestätigt, revidiert und von einer anderer Seite betrachtet ganz anders erscheinen.   

    Ich werde versuchen, eigene Gewohnheiten und Sichtweisen zuhause zu lassen, um dem Fremden möglichst offen zu begegnen. 


    Neben Hongkong ist ein Ausflug mit dem Zug nach Guangzhou (Kanton) und Shenzhen geplant. Natürlich wollen wir auch die Inseln, insbesondere Cheung Chau besuchen. Ob das wirklich alles in die Tat umgesetzt wird, werden wir vor Ort und spontan entscheiden. 

    Wir lassen uns gerne von den Dingen treiben, die uns vor Ort begegnen. 


    Wir, das ist meine Kleinfamilie, bestehend aus Ehemann Thomas und unserem  Sohn Steffen.

    Gemeinsam haben wir schon einige eindrucksvolle Reisen unternommen. 

    Dabei rauschten die Kilometer mal rasend schnell, mal schneckenlangsam mit uns durchs Leben:

    mit dem Schiff ging es über den Atlantik, ein anderes Mal durch den Panamakanal. Mit dem Zug durch Japan. Mit dem Auto durch die USA . Zu Fuß durch New York , das Tessin und etwas zaghaft auf den Azoren. Mit dem Flugzeug überbrücken wir große Distanzen zu den Startpositionen. 

    Natürlich nicht zu vergessen, die klingelnden Straßenbahnen, scheppernden und hupenden Taxis, ratternden U-Bahnen und schaukelnden Busse am Ort. 

    Wir legen Wert darauf, alles möglichst auf eigene Faust zu erkunden. 

    Da geht manches schief oder wir sehen, riechen und schmecken etwas ganz anderes als geplant. Aber genau das macht Reisen spannend. 


    Also. Wer Lust hat, kann hier an unseren Erlebnissen teilhaben und die Kilometer auf dem Computer mitrauschen lassen.

    Sofern ich es denn schaffe, wirklich in die Tastatur zu greifen…..


    Kilometerrauschen 16.12.2011, 16.38 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL | einsortiert in: Vorbemerkungen

    Noch ist hier eine Baustelle...




    ..aber bald geht es los und dann soll an dieser Stelle mein neues Reisetagebuch erscheinen. Wohin es geht..? Das wird noch nicht verraten.

    Nur soviel: Am 21. Dezember geht es los und es werden ganz schön viele "Kilometerrauschen"...

    Kilometerrauschen 15.12.2011, 16.08 | (0/0) Kommentare | PL | einsortiert in:

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    Viel Spass mit all den neuen Features der aktuellen Version

    Die BLW´s
    11.12.2011-22:09